7 Jahre papermagic
15. Mai 2009 von Michael Vieten
Als ich mich 2002 selbständig machen musste, haderte ich oft mit meinem Schicksal. Aber – ich habe meinen selbst geschaffenen Arbeitsplatz mittlerweile länger, als ich bei jedem Arbeitgeber beschäftigt war. Die meisten von denen existieren heute nicht mehr.
Am 1.Mai 2002 gründete ich den iT-Service Vieten. Schon bald war der Handel mit Druckerzubehör das stärkste Standbein. Zwei Jahre später ging der iT-Service in papermagic auf. Bis auf vereinzelte Aufträge zur Datenrettung wurde der Handel im Internet zum Kerngeschäft.
Ich arbeitete bis zu meinem 40. Lebensjahr als Angestellter, zuletzt sogar im öffentlichen Dienst. Schon wähnte ich mich endlich bei einem zuverlässigen Arbeitgeber. Musste dann aber feststellen, dass man auch da arbeitslos werden kann.
Als die IT-Krise kam, war ich gerade 40 und das Institut, mein letzter Arbeitgeber, wurde aufgelöst. Mein vorheriger Arbeitgeber, Brinkmann, taumelte schon Jahre zuvor und war inzwischen ebenfalls pleite. Natürlich habe ich mich zunächst bei vielen Firmen beworben, schließlich war die Selbständigkeit nicht mein Lebensziel. Ich bekam aber nur Absagen.
Überqualifiziert, zu alt, zu teuer waren die vorgeschobenen Gründe. Einen 40 Jahre alten IT-Speziallisten stellte niemand mehr ein. Was blieb war papermagic.
Nun haben wir wieder eine Krise. Diesmal global. Viele bangen um ihren Arbeitsplatz. Das Schlimmste daran ist die Ungewissheit, ob man morgen vielleicht der Nächste ist, der entlassen wird. Mir geht es besser, werden viele sagen. Ich kann selbst entscheiden.
Nun, ich will nichts beschönigen. Selbständig zu sein, vor allem in Zeiten einer Wirtschaftskrise, ist auch nicht der Brüller. Aber ich fühle mich tatsächlich sicherer.
Allen denen, die vielleicht schon entlassen sind oder glauben es bald zu werden oder schon lange die Nase voll haben, kann ich sagen, ein Versuch ist es wert.
Sie werden Ihre Performance bringen müssen, wie als Angestellter auch, vielleicht sogar mehr. Aber der unbegrenzte Handlungsspielraum entschädigt auch dafür. Natürlich wirkt dieser Handlungsspielraum in beide Richtungen. Fehlentscheidungen hat nicht der Arbeitgeber zu verantworten, sondern Sie selbst.
Erstaunlicher Weise waren meine Kunden in all den Jahren das geringste Problem. Aber gerade davor hatte ich immer am meisten Respekt. Ich bin kein öffentlicher Mensch. Ich fürchtete mich vor überzogenen Ansprüchen oder ungerechtfertigten Reklamationen und der Gleichen.
Aber genau das Gegenteil war der Fall. Mit Kunden gab es selten Ärger. Sie waren von Anfang an unser größter Aktivposten.
Dafür möchte ich mich an dieser Stelle auch bedanken. Ich weiß das sehr zu schätzen. Wir haben fast 25.000 Kunden und es werden täglich mehr. Vielen Dank.
Ich werde mir heute einen Traum erfüllen und eine Ballonfahrt machen. Mal sehen wie das hier unten von da oben aussieht.
Ich wünsche allen unseren Kunden ein schönes Wochenende und einen entspannten Start in die nächste Woche.


