Medienstau verhindern
20. August 2009 von Michael Vieten
Medienstaus in Druckern sind lästig und nerven. Denn genau in dem Moment, wenn man die Ausgabe eines soeben fertig gestellten Dokuments erwartet, bleibt das Papier oder die Folien stecken. Jetzt ist Arbeit angesagt. Druckjob anhalten, Drucker auf, Papier oder Folien vollständig entfernen, Drucker zurücksetzen. Damit Toner oder Tintenreste nicht das nächste Dokument verschmutzen, empfiehlt es sich ein paar Blatt zur Probe zu drucken. Sind die Proben einwandfrei, kann der Druck fortgesetzt werden.
Besonders ärgerlich ist es, wenn der Drucker sich erneut verweigert und es zu einem erneuten Medienstau kommt. Dabei haben Medienstaus meist banale Gründe.
Die Andruckrollen sind neu. Die Gummiwalzen greifen bei einem neuen Drucker manchmal nicht richtig, weil sich noch Produktionsrückstände darauf befinden oder weil sie für Zeit während der Lagerung geschützt wurden. Dieser Auftrag reibt sich nach den ersten paar Ausdrucken ab.
Die Andruckrollen sind alt. Die Gummiwalzen altern. Aus dem Gummi dünsten Weichmacher aus und das Material verhärtet. Die Oberfläche verliert ihre Griffigkeit. Die Rollen müssen ersetzt werden.
Die Andruckrollen sind verschmutzt. Auf dem Gummiwalzen setzen sich Staub oder andere Rückstände von den zugeführten Medien ab. Die Oberfläche verliert ihre Griffigkeit komplett oder der Drucker zieht schief ein oder gibt schief aus. Leicht klebend lupfen sie u.U. das Medium auch etwas und es bleibt an einer Kante im Gerät hängen. Die Rollen müssen gereinigt werden, damit sie alle wieder gleichmäßig ziehen oder schieben.
Reste eines vorangegangenen Papierstaus befinden sich noch im Durchlauf des Druckers. Schnell hat man beim Entfernen eines Papierstaus ein Stück abgerissen. Entweder fällt es einem gar nicht auf, oder man kann es nicht entfernen. Man hat aber keine andere Wahl, der Durchlauf des Druckers muss komplett frei sein. Ggf. muss ein Techniker das Gerät öffnen und die Medienstaureste entfernen. Auch wenn eine Sorte Papier oder Folien problemlos durchlaufen. Jedes Medium verhält sich während des Druckvorgangs anders. Wenn eine Papiersorte einwandfrei bedruckt werden kann, gilt das nicht gleichermaßen für andere Medien.
Falscher Eingabeschacht. Im Handbuch des Druckers ist beschrieben, welche Medien von wo zugeführt werden. Daran müssen sie sich unbedingt halten.
Falsche Medienauswahl. Gerade bei Laserdruckern ist es wichtig, dem Gerät vor dem Druck mitzuteilen, welches Medium er zu verarbeiten hat. Der Druck auf Karton scheitert sicher, mit der Medienauswahl Normalpapier.
Elektrostatische Aufladung. Gerade bei Folien kommt es je nach Bodenbelag und Wetterlage zu statischen Aufladungen. Eine aufgeladene Folie haftet u.U. an einem Metallteil im Drucker an und verursacht einen Stau. Erden sie sich und die Folien in diesem Fall, indem sie z.B. an ein blankes Metallteil an ihrer Heizung oder ihrem Drucker fassen.
Curl Effekte. Papier und Folien haben ein Gedächtnis. Sie erinnern sich an ihre ursprüngliche Form auf der Rolle, von der sie herunter geschnitten wurden. Ändert sich jetzt die Umgebungstemperatur oder die Luftfeuchtigkeit rollt (curlt) sich das Papier oder die Folien. Beschweren Sie in diesem Fall Ihre Medien oder legen Sie sie mit der anderen Seite voran in ihren Drucker.
Klebstoffreste aus Etiketten. Den Unterschied zwischen billig und preiswert brauche ich sicher nicht zu erklären. Bei billigen Etiketten drückt sich z.B. gerne Klebstoff an den Schnittkanten heraus und verschmutzt die Andruckrollen.
Papier und Folien laufen auf jedem Gerät und werden millionenfach vom Hersteller verkauft. So lange kein Produktionsfehler vorliegt, ist das Medium nicht Schuld an einer mangelhaften Verarbeitung. Es liegt nur da und harrt der Dinge die da kommen.
Ich höre hin und wieder Aussagen wie, ‚…die Folien funktionieren nicht.’ oder ‚…das Papier funktioniert nicht.’
Das ist richtig. Das muss es auch nicht. Funktionieren muss immer der Drucker. Medien sind passiv und am Druckvorgang nur unwesentlich beteiligt.
Sollten jedoch einmal mehrere Blätter eingezogen werden, fächern sie das Papier probeweise auf. Wenn Papier geschnitten wird, kann es zu einem kaum sichtbaren Grad kommen. Dadurch ‚kleben’ die Blätter aneinander und werden gemeinsam eingezogen.
Bei Folien tritt dieser Effekt auf, wenn sie statisch aufgeladen oder beschichtet sind. Beschichtete Folien lassen Sie in diesem Fall einzeln einziehen, statisch aufgeladene Folien ‚entlädt’ man durch Erdung. (siehe weiter oben ‚Elektrostatische Aufladung’)
Wenn alles nichts hilft, hilft ein Blick ins Handbuch. Dort steht, welche Medien der Drucker verarbeiten kann. Besonders billige Geräte können z.B. manchmal keine Folien bedrucken oder die maximal zu verarbeitende Grammatur beträgt weniger als 180g/m². In diesem Fall hilft nur der Nachbar mit einem anderen Gerät.
Faserrichtung. Papier ist ein Naturprodukt. Es besteht aus Fasern. Diese Fasern folgen einer Richtung. Legen Sie eine Papiersorte, die einen Medienstau verursacht, anders herum in die Papierkassette. Beidseitig zu bedruckenden Papiere können Sie auch wenden.


